TRÄUME – VISIONEN – VERANTWORTUNG…?

Kann es zielführend sein sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit den eigenen Träumereien und den eigenen Lebensentwürfen zu beschäftigen?

Wohin soll das führen?

Was ist daran „handfest“?

Was ist daran wissenschaftlich?

Und was daran könnte andere in ihrer eigenen Forschung weiter bringen?

Ich weiß es noch nicht, aber ich glaube zumindest, daß vor jeder entscheidenden Umwälzung einer Gesellschaft, Ideen und Träume gestanden sind. Träume entstehen wohl jeden Tag zu Millionen aber viele dieser Träume haben dann wohl gerade deswegen begonnen sich zu konkreten Ideen und ernsthaften Vorhaben zu konzentrieren, weil immer mehr Menschen mit immer ähnlicheren Problemen konfrontiert worden sind, für die es noch keine allgemein akzeptierten und angewandten Lösungen gegeben hat.

Eine an uns selbst gestellte Aufgabe wäre es daher, unsere Träume, Lebensentwürfe und Lösungswünsche zu formulieren und schon alleine dadurch zu überprüfen. Vielleicht läßt sich dann einmal sagen, ob sie Erfolgversprechend sind…

Im Wochenend-Standard vom 21/22.03.2009 (Sonderausgabe zum Thema: „Gibt es Positives an der Krise?“) findet sich zu diesem Ansatz im Text von Bert Rebhandl folgender Satz: „Bevor man zu einer neuen Lebens- und Wirtschaftsweise gelangt, muß man sie sich erst einmal vorstellen. Wenn Gipfelgespräche und Maßnahmenpakete nicht mehr greifen, gibt es noch eine ungenützte Ressource: die Fantasie.“

Weiter unten im Text stellt Rebahndl fest – wie sehr viele andere derzeit auch – daß der Staat momentan ein grandioses Comeback erlebt. Natürlich tut er das möchte man sagen, wenn rundum alle Institutionen des „staatsfeindlichen Neoliberalismus“ zusammenbrechen und ihr Scheitern im Versuch den regulierenden Staat abzuschaffen eindrücklich unter Beweis stellen. Doch wohin führt uns diese Feststellung? „Staat ist doch gut“ kann ja als Antwort – auch angesichts der Erfahrungen, die mit verstaatlichten System bereits gemacht worden sind – nicht reichen. Was wir in der Bedeutung verstehen und tagtäglich leben müssen ist: „Der Staat sind wir selbst!“

Das führt mich – in sehr abgekürzter Weise (irgendwann werd’ ich es wohl genauer durchdenken und formulieren müssen) – zurück zum Thema der Visionen. Unsere Träume sind es, die – so sie sich als tragfähig erweisen – umgesetzt werden können und zwar durchaus bzw. vielleicht sogar unbedingt im kleinen, lokalen und persönlichen Umfang oder Maßstab. Der kleine Maßstab deswegen, weil ich ihn als Individuum noch überblicken kann; weil ich mich nicht auf abstrakte Ebenen und Größenordnungen begeben muß um ihm irgendwie Herr zu werden, dabei aber viele der realen Auswirkungen schon allein aufgrund der Größenordnungen evtl. nicht mehr selbst mitbekommen kann oder erleiden muß, sondern im Gegenteil, weil mich unmittelbar betrifft, was ich tue und die Entscheidungen, die ich treffe, dadurch eine ganz andere Relevanz und Relation bekommen.

Ein lebendiges Staatsgefüge entsteht für mich aus der Vielzahl und aus der Unterschiedlichkeit dieser in Umsetzung begriffenen Träume. „Kleckern statt Klotzen“ könnte allgemein die Devise sein. Und die Aufgabenverteilung kann dabei nicht lauten: „der Staat macht…!“ Sie muß lauten: „Ich tue…!“ und der Staat – jetzt in einem von uns Individuen losgelösten Sinn – schlichtet und vermittelt in Maßen zwischen uns träumenden und verwirklichenden Einzelnen…

Eigentlich sollte es für mich also heißen: „Der Einzelne, der Selbständige oder besser der oder die Selbstverantwortliche müssen ein Comeback erleben! Comeback woher? Ich weiß nicht recht ob es den politischen Begriff des Selbstverantwortlichen schon gab? (hier fehlt es an Recherche) denn ich meine nur zum Teil den verantwortlichen (väterlich-autoritären) Unternehmer wie er im Zeitalter der nicht – oder nur teil-verantwortlichen Manager ausgestorben zu sein scheint, ich meine eher den Beginn einer Selbstverantwortlichkeit der Individuen, „der heranwachsenden Kinder“ vielleicht, die – Jahrhunderte nach der Aufklärung – schön langsam damit beginnen sollten sich weder an Vater-Staat (oder ist es die Mutter-Staat?) noch an Mutter-Wirtschaft (Vielleicht ist sie der Vater?) anlehnen zu wollen bzw. nach Ihnen zu rufen sobald es brenzlig wird, sondern eben diesen entscheidenden Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, der da im übertragenen Sinn sein könnte, die eigene Wohnung zu beziehen, sie selbst zu gestalten zu dürfen, aber auch festzustellen, daß diese auch zu erhalten und zu bezahlen ist, daß der eigenen Freiheit und Verwirklichung an der Zimmertüre des Mitbewohners erste Grenzen gesetzt werden und daß die Bewältigung dieser Hürden Mühe und Ausdauer erfordert.

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